jule mathildaBis es morgens um 7:45 Uhr hupt, klirrt oder trötet, und zwar gefühlte 3 Stunden direkt neben meinem Ohr. Bis ich einfach keine andere Wahl mehr habe, als aufzustehen. Zähne putzen, anziehen, zum Frühstück trotten. Möglichst schnell, denn bin ich spät dran, muss ich mich schon wieder beeilen, denn danach geht es zur Mette. Eine schöne Art, etwas mehr über das Thema zu erfahren, welches in der Woche besungen wird. Dann aber schnell ‘rüber gelaufen in den Schützsaal. Dort geht es weiter mit Liedern wie “Ich weiß einen Mann, der heißt Klabautermann “, “Guten Morgen, lieber Gott ” und natürlich dem in Dahme beheimateten “Murmelentenmausefüßlerkatzenschweinefantenbär “. Sehr beliebtes Liedchen. “Kinder-schnappt euch die Isabella! “, ruft Lothar Kirchbaum, wenn es Zeit wird für die Kinderchorprobe. Dann können auch die “Großen ” in Ruhe proben.
12:30Uhr Mittag essen. Und dann ab ins Schwimmbad. Oder Badeanstalt,wie man in Dahme zu sagen pflegt. Nach der Mittagspause dann wahlweise “Streichhölzer “, “Blechdonner ” oder “Kinderkantatenband “, Abendbrot und dann Abendprogramm. Singen und Lesen, Tanzen, Spielen, Grillen und Tanzen P14 (ist nur was für Große). Freitags gibt’s den Hausmusikabend, bei dem Groß und Klein ihrer Musikalität freien Lauf lassen. Und am Sonntag findet das Abschlusskonzert statt, der Höhepunkt der Woche, aber immer im Hinterkopf, dass es auch das Ende der Woche bedeutet und man nun wieder ein ganzes Jahr warten muss, bis man das nächste Mal zusammenfindet. Und wenn man wieder zu Haus ist, muss man sich erstmal gründlich ausschlafen, weil so eine Woche auch gründlich schlaucht.
Wenn Sie das lesen fragen Sie sich vielleicht: Ist es das wert? So viel Stress? Ja, ist denn das noch Urlaub? Und ich kann nur sagen:

JA!

Ja, es ist die Sache mehr als wert. Ja, es ist viel Stress. Und ja, es ist jedes Jahr der schönste Urlaub, den ich mir vorstellen kann.
Viele der Singwochenteilnehmer sieht man nur dieses eine Mal im Jahr. Dann sagt man sich jeden Abend: “Heute geh ich aber mal früher ins Bett ” und schläft dann doch erst in den frühen Morgenstunden ein, weil man wieder ewig im Bierkeller gesessen hat, Kakerlakenpoker oder Skat gespielt hat oder ausgiebig die Ereignisse des letzten Jahres besprochen hat. Natürlich schlaucht es, aber es lohnt sich, das sagt jeder, der einmal mitgemacht hat. Und dabei geht es nicht nur um das Abendprogramm.
Die Musik ist das, was alle miteinander verbindet. Deshalb treffen wir uns dort einmal in Jahr, um gemeinsam zu musizieren. Alt und Jung, Männlein und Weiblein, Bruder und Schwester, Großmutti und Enkelin. Für mich und meine Familie ist die Familiensingwoche fester Bestandteil unseres Lebens und ich wünsche mir, dass es meiner Tochter auch irgendwann mal so geht.

Julia Schmidt (28.09.2009)

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