Marienkirche zu Dahme. Familien-Singwoche – dies ist zwischen dem vergangenen Montag bis zum Abschlusskonzert am Sonntag im Seminar für kirchlichen Dienst als Ausrichtungsort wörtlich und als Leitmotiv für die Fortbildung von Musikbegeisterten aus allen neuen Bundesländern genommen worden. „Etwa 70 Menschen waren gekommen, um sich zu treffen und gemeinsam zu musizieren“, sagte Uwe Krause, einer der Initiatoren der Veranstaltung.

Wiedertreffen alter Bekannter

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Viele seien als gute Bekannte schon von Kindesbeinen alljährlich dabei, manche Eltern brächten ihre erwachsenen Kinder zum gemeinsamen Musizieren mit. Und der Nachwuchs war auf dem Gelände um die Marienkirche unüberhör- und unübersehbar. Da wurde der Platz vor der Kirche schon mal zum „Parkplatz“ für große Spielzeug-Autos der Jüngsten, was fast alle der zahlreichen Besucher mit Lächeln quittierten. Uwe Krause, Isabella Schöne und Lothar Kirchbaum, der Landessingwart der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, hielten die Fäden dieser Familiensingwoche fest in der Hand. Als Treffen musikalisch versierter Laien sei jede Seminar-Zusammensetzung eine ganz besondere, sagte Lothar Kirchbaum. Aber bei Proben von Dienstag bis zum Sonnabend lasse sich musikalisch vie les formen. Das wurde während des Konzertes am Sonntag eindrucksvoll bewiesen.

 

Konzert mit viel Spaß

Der Niederlausitzer Uwe Krause komponierte auf einen Text von Birgit Barall die Kantate „Daniel in der Löwengrube“. Das Werk wurde von 21 Kindern und zwölf Musikern am Sonntag mit großem Spaß der jungen Akteure und zur Freude der Zuhörer uraufgeführt. Nichts von andächtiger Beschaulichkeit, dafür aber der Einsatz ungewöhnlicher Instrumente wie solcher, die dem Orffschen Schulwerk entlehnt sein könnten. Die spannende biblische Geschichte vom gottesfürchtigen David, den König Darius auf Drängen der Statthalter in die Löwengrube werfen lässt, der aber den Löwen mit höherer Fügung zum Freund gewinnt – das alles wurde frisch und fröhlich gesungen, gesprochen, harmonisch gespielt. „Die Kinder haben während der Proben ihre Ideen mit eingebracht und das ist prima“, sagte der Komponist. Da wurde schon mal vor Jubel laut getrampelt. Der Dirigent wie sein Chor sprangen vor Freude über den glücklichen Ausgang der Geschichte auch mal in die Höhe. Musikalisch und darstellerisch war das ein Vergnügen. Das Konzert bot mit Instrumentalem der Bläser im swingenden Rhythmus sowie danach der Holzbläser und Streicher mit Folkloristischem weitere Farbtupfer. Als Geburtstagsgeschenk für Paul Gerhardt, dessen 400. Jubiläum in diesem Jahr begangen wird, erklang im 28 Sänger starken Chor die Kantate von Dietrich Buxtehude auf einen Text von Gerhardt „Alles, was ihr tut“ voller Harmonie und gesanglichem Können. Herzlichen Beifall gab es dafür und weitere Lieder in einem bemerkenswerten Konzert.

(-ds)

Quelle: erschienen in der Lausitzer Rundschau am 14.08.2007

 

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