Viele von ihnen sind seit vielen Jahren Bestandteil dieser Gemeinschaft. So wie Kerstin Autkor aus Bayern. Wie oft sie bei der Familiensingwoche bereits teilgenommen hat, kann sie nicht mehr aufzählen. Über ihre Eltern ist sie vor vielen Jahren zu dieser Veranstaltung gekommen. Mittlerweile fahren auch ihre eigenen Kinder mit nach Dahme. „Ich möchte, dass sie diese Gemeinschaft hier miterleben. Für mich ist es eine Auszeit von allem. Hier zählt nur die Musik“, beschreibt sie ihre Erfahrungen. Sofern es Beruf und Privates zulassen, ist die Familiensingwoche für Kerstin Auktor ein fester Termin im Kalender. Viele bekannte Gesichter treffe man in Dahme wieder. Über die Jahre haben sich so zahlreiche Freundschaften entwickelt. „Da freut man sich auch auf ein Wiedersehen“, sagt sie. „Wir können hier über die Jahre verfolgen, wie die Kinder größer werden und sich weiter entwickeln“, sagt Claudia Silter. Sie ist Vorstandsmitglied des Vereins Singwoche e.V., der die Familiensingwochen in diesem Jahr erstmals ausrichtet.

In den Jahren zuvor hat der Landessingwart Lothar Kirchbaum die Organisation übernommen. Nachdem er 2016 in den Ruhstand gegangen ist, wurde die Stelle eingekürzt. Landessingwartin Cornelia Ewald hat daher nur wenig Zeit für die Organisation. „Wir wollten die Singwochen aber unbedingt erhalten. Deshalb haben wir den Verein gegründet“, sagt Claudia Silter. 22 Mitglieder gibt es derzeit.

Bei Kindern wirke sich das generationenübergreifende Musizieren positiv auf das Sozialverhalten aus. Jung und Alt erhalten durch Auftritte zudem mehr Selbstbewusstsein. Diese Erfahrungen seien wertvoll und sollen auch für künftige Generationen ermöglicht werden. „Außerdem ist die Veranstaltung immer ausgebucht. Es gibt sogar Wartelisten“, so das Vorstandsmitglied.

„Es ist wie ein kleines Familientreffen“, sagt Annemarie Braun. Die junge Mutter ist dazu aus Bernau angereist. Sie war schon als Kind bei der Singwoche dabei. In Dahme kommen Eltern und Geschwister wieder zusammen. Die Familie genießt das Miteinander und das Knüpfen neuer Kontakte. „Man ist zusammen, kann sich aber trotzdem zurückziehen“, sagt Annemarie Braun. Sie ergänzt: „Auch mit Baby passt es. Das stört hier niemanden.“ Während die Bernauerin gemeinsam mit den anderen im Schütz-Saal den Chorgesang einübt, schläft der Nachwuchs draußen im Kinderwagen. Familien und Bekannte passen unterdessen auf. Denn Zusammenhalt wird während der Woche groß geschrieben.

Die Singwochen haben in Dahme eine lange Tradition. Im kommenden Jahr wird das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Der Verein hofft, auch weiterhin Singwochen zu veranstalten. Größte Herausforderung ist dabei die Suche nach Sponsoren und Partnern. 2017 und 2018 wurden die Familiensingwochen von der Wilhelm-von-Türk-Stiftung gefördert.

lr logoArtikel und Foto von Anja Brautschek (erschienen in der “Lausitzer Rundschau am 03.08.2018”)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü